Tarifvertrag transport und verkehr hamburg

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Seit Mitte der 80er Jahre ist die Entwicklung der tariflichen Arbeitszeit in Deutschland vor allem das Ergebnis eines Kompromisses zwischen den Forderungen der Gewerkschaften nach kürzerer Arbeitszeit und der Forderung der Arbeitgeber nach mehr Arbeitszeitflexibilität. Wie aus Tabelle 1 hervorgeht, ist die durchschnittliche Jahresarbeitszeit in Westdeutschland in den letzten zehn Jahren von 1.732 stunden im Jahre 1987 auf 1.644 Stunden im Jahr 1997 um etwa 88 Stunden zurückgegangen. In den letzten Jahren hat sich die Arbeitszeitverkürzung jedoch deutlich verlangsamt: Seit 1993 wurde die durchschnittliche Jahresarbeitszeit nur um etwa 16 Stunden reduziert. Die Tarifparteien hatten seit dem Auslaufen des vorherigen Tarifvertrags im März 2007 über die Bestimmungen des neuen Branchentarifvertrags verhandelt. Die Verhandlungen waren intensiv gewesen, und eine Einigung wurde erst durch Vermittlung durch den öffentlichen Schlichter (Riiklik Lepitaja) getroffen, kurz bevor die sektoralen Gewerkschaften einen umfassenden Streik anwollten. Laut der WSI-Studie orientiert sich das vorherrschende Arbeitszeitkontomodell eher an einer flexiblen Anpassung an kurz- und mittelfristige Veränderungen der Marktsituation. Obwohl die meisten Tarifverträge eine allgemeine Absichtserklärung zur Verbesserung flexibler Arbeitszeitmöglichkeiten im Interesse der Arbeitnehmer enthalten, wird die Verwendung von Arbeitszeitkonten in Wirklichkeit in erster Linie von den Bedürfnissen der Unternehmen beeinflusst. Tarifierte Bestimmungen über Arbeitszeitkonten sollen daher auch die Arbeitnehmer vor einer einseitigen Unterordnung unter die Flexibilitätsforderungen der Arbeitgeber schützen, heißt es in dem Bericht. Beispielsweise könnte die Festlegung von Grenzwerten für Arbeitszeitkonten als eine Art Schutz vor einer übermäßigen Verlängerung der individuellen Arbeitszeit interpretiert werden. Andererseits könnte ein umfangreicheres Arbeitszeitkonto auch im Interesse der Arbeitnehmer liegen, die eine längere Flexibilität bevorzugen könnten. Nach Abschluss der Vereinbarung erklärte ETTA, dass die Vereinbarung über die Mindestlöhne hoffentlich dazu beitragen wird, den Anteil der Schwarzarbeit in diesem Sektor zu verringern und damit einen faireren Wettbewerb zu fördern.

Das Abkommen enthält auch eine gemeinsame Erklärung von ETTA, der Union der estnischen Automobilunternehmen und des Ministeriums für Wirtschaft und Kommunikation (Majandus- ja Kommunikatsiooniministeerium, MKM), in der die Notwendigkeit betont wird, den Verkehrssektor weiterzuentwickeln und die Probleme des öffentlichen Verkehrs anzugehen. Darüber hinaus waren sich die Verhandlungsparteien uneins über Fragen, die die Arbeitszeit und die Ruhezeit betreffen, einschließlich: die Art und Weise der Erfassung der Gesamtarbeitszeit; die Aufteilung eines Arbeitstages, wie z. B. die Aufteilung eines Arbeitstages in mehrere getrennte Arbeitszeiten mit einer Ruhezeit dazwischen für Fahrer, die im Personenverkehr arbeiten; zusätzliche Bezahlung; und Jahresurlaub der Mechaniker. Im Dezember 2007 wurde ein neuer sektoraler Tarifvertrag zwischen der Union estnischer Automobilunternehmen (Autoettevétete Liit) und der estnischen Gewerkschaft für Transport- und Straßenarbeiter (Eesti Transpordi- ja Teetöötajate Ametiühing, ETTA) geschlossen.